Bestandsobjekt Schuhmeierplatz-Umgebungsmodell

Projektbeschreibung:

Das Projekt der 1FB ist in jenes der 3HB eingebettet. Diese setzte es sich zum Ziel, im Rahmen des 9. Camillo-Sitte-Symposiums die Bestandsaufnahme eines leerstehenden Gebäudes am Schuhmeierplatz (Eigentum der BIG) zu realisieren. Im Verlauf des weiteren Schuljahres sollen auf Basis dessen, Pläne zur Neugestaltung und dementsprechende

Raumkonzepte geschaffen werden.

Aufgabe der 1FB ist es, die 3HB durch die Anfertigung eines Umgebungsmodells, in welches das Gebäudemodell integriert werden soll, zu unterstützen. Außerdem werden die SchülerInnen der 1FB vor Ort (am Schuhmeierplatz) AnrainerInnenbefragungen zur Wohnzufriedenheit im 16. Bezirk durchführen.

Neben dem Projekt widmet sich die 1FB im Laufe dieser Woche auch immer wieder anderen Themen in Form von Exkursionen oder offenen Lernformen, da der Regelunterricht häufig

zu wenig Zeit für derartige Unternehmungen bietet.

Do. 02.03.2017

Beginn vom Bau des Umgebungsmodell sowie des Projektes

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Mittwoch 1.3.2017

Am Vormittag besuchten wir die Seestadt.
Nachmittags arbeiteten wir intensiv an unserem Modell.

 

Dienstag 28.2.2017
Wir fuhren in den 16. Bezirk zu unserem Bestandsobjekt der BIG. Dort führten wir die AnrainerInnenbefragungen durch und fotografierten detailgenau die Umgebung des Objekts, um unser Umgebungsmodell anfertigen zu können.

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Montag 27.2.2017
Nach der feierlichen Eröffnung des 9. Camillo-Sitte-Symposiums unternahmen wir, die 1FB, eine zweistündige Stadtführung mit Herrn Robert Bouchal. Sie trug den Titel „WIR UND DIE ANDEREN“ und beschäftigte sich mit der faschistischen Vergangenheit Österreichs und somit mit der Zeit des Nationalsozialismus. Zu den Stationen zählten das Holocaust-Mahnmal für die österreichischen jüdischen Opfer der Schoah, die Feuerwehr am Hof mit ihrer Gedenktafel für die Widerstandskämpfer und das ehemalige Palais Hansen, welches im Dritten Reich als „Gesundheitsamt für Rassenhygiene“ fungierte und heute als Hotel geführt wird.

Robert Bouchal ermöglichte uns mit diesem Rundgang einen völligen neuen Blick auf unsere Stadt, wichtige Orte und Denkmäler, an denen man allzu oft vorbeiläuft, ohne sich über ihren Hintergrund bzw. ihre Geschichte Gedanken zu machen.

LOKALAUGENSCHEIN STADT

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Polizeigefangenenhaus „Liesl“

Von hier aus gab es zahlreiche Transporte in Konzentrationslager.

Das Polizeigebäude wurde nach Plänen von Emil Förster 1901–1904 an der damaligen „Elisabethpromenade“ erbaut, daher der Name „Liesl“.

Während der Zeit des Austrofaschismus (1934–1938) und dem darauffolgenden Nationalsozialismus (1938–1945) wurden hier auch zahlreiche Antifaschisten bzw. politische Gefangene inhaftiert. Prominente Häftlinge waren unter anderen der spätere Bundeskanzler Bruno Kreisky, Ceja Stojka, Margarete Schütte-Lihotzky, Käthe Sasso, viele Mitglieder der Gruppe 40, die Gewerkschafter Franz Olah und Otto Skritek, der vormalige Wiener Gesundheitsstadtrat Julius Tandler.

Wiener Hauptgesundheitsamt

Das Gesundheitsamt und die Rassenhygiene im Dritten Reich.

Das ehemalige Palais Hansen ist eines der größten der Wiener Ringstraße, es umfasst einen ganzen Häuserblock. Das Palais wurde im Zuge der Weltausstellung von Theophil Hansen, einem der wichtigsten Ringstraßenarchitekten, von 1870–1873 erbaut. Von ihm stammen unter anderem auch das Parlament, die Börse und das Palais Epstein. In der Ersten Republik wurde das Gebäude von der Gemeinde Wien übernommen und ab 1941 als Amtsgebäude verwendet.
Seit 2013 ist das Gebäude wieder ein Hotel.

Mahnmal am Morzinplatz

Das ehemalige Luxushotel „Metropole“ wurde zu einer der brutalsten Gestapo-Leitstellen im Dritten Reich.

Die Geheime Staatspolizei (Gestapo), der Inbegriff des nationalsozialistischen Terrors, wurde am 15. März 1938 im Auftrag des Reichsführers SS Himmler in Österreich etabliert und ab 1939 von Franz Josef Huber geleitet. Sie hatte ab April 1938 ihren Sitz im ehemaligen Hotel „Metropole“ am Morzinplatz, wo sich heute der Leopold Figl-Hof befindet. Das „Metropole“ war 1873 anlässlich der Weltausstellung errichtet worden und befand sich im Eigentum jüdischer Hauptaktionäre, die 1938 enteignet wurden.

Stadttempel – Israelitische Kultusgemeinde Wien

Der „Seitenstettentempel“ versteckt sich hinter einem Mietshaus.

Die Hauptsynagoge von Wien befindet sich in der Seitenstettengasse 4. Die Eröffnung des klassizistischen Tempels, erbaut von Joseph Kornhäusel, war am 9. April 1826. Nach den damals geltenden Vorschriften mussten nichtkatholische Gotteshäuser verborgen werden und durften nicht von der Straße aus sichtbar sein. Die Synagoge steht daher hinter einem fünfgeschoßigen Mietshaus. Über dem Eingangstor des Straßengebäudes befindet sich die Inschrift: „Kommet zu seinen Toren mit Dank, zu seinen Vorhöfen mit Lobgesang!“

Mahnmal für die österreichischen jüdischen Opfer der Schoah

Zum Gedenken an die mehr als 65.000 österreichischen Juden und Jüdinnen, die in der Zeit von 1938 bis 1945 von den Nationalsozialisten ermordet wurden.

Auf Initiative von Simon Wiesenthal errichtete die Stadt Wien im Jahr 2000 das Holocaust-Mahnmal, gestaltet von der britischen Bildhauerin Rachel Whiteread. Mit den archäologischen Funden der mittelalterlichen Synagoge entstand die Idee, Mahnmal und Ausgrabungen zu einem Erinnerungskomplex zu vereinen.

Feuerwehr am Hof

Eine Gedenktafel erinnert heute an die Widerstandskämpfer der Wiener Feuerwehr, die dem Naziterror zum Opfer fielen.

Die Zentralwache am Hof wurde 1732 nach Plänen von Anton Ospel gestaltet. Die beiden Figuren „Beharrlichkeit und Stärke“, die eine vergoldete Weltkugel tragen, prägen seither den Gesamteindruck des Gebäudes. Neben dem Portal erinnert heute ein Gedenkstein an sechs Feuerwehrmänner, die der NS-Justiz zum Opfer gefallen sind.

http://www.denkmalwien.at/